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	<title>Netzwerk Einzelfallhilfe</title>
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		<title>Hallo Welt!</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 18:50:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellungnahme zum Rundschreiben I Nr. 9 72009, Vom 12.08.2009 
Sehr geehrte Damen und Herren,
als informelles Berliner Netzwerk freiberuflicher Einzelfallhelfer möchten wir Stellung nehmen zu Ihrem Rundschreiben und hoffen darauf, in den Dialog mit Ihnen zu kommen
Einzelfallhilfe ist eine Maßnahme der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII, 6. Kapitel und dem SGB IX. Sie ist von herausragender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellungnahme zum Rundschreiben I Nr. 9 72009, Vom 12.08.2009 </p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
als informelles Berliner Netzwerk freiberuflicher Einzelfallhelfer möchten wir Stellung nehmen zu Ihrem Rundschreiben und hoffen darauf, in den Dialog mit Ihnen zu kommen</p>
<p>Einzelfallhilfe ist eine Maßnahme der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII, 6. Kapitel und dem SGB IX. Sie ist von herausragender psychosozialer Bedeutung, da sie dort einspringt, wo alle anderen Systeme in der Regel versagen und das Klientel extrem schwer integrierbar ist (z.B. ICD 10-Diagnosen: schizophrene, schizo-affektive Psychosen, schwere Depressionen, Suizidgefährdung, Doppeldiagnosen, Abhängigkeitserkrankungen, schwere Traumatisierungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen u.a.).<br />
Einzelfallhilfe ermöglicht den Betroffenen in ihrem sozialen Umfeld eine individuelle Integration in die Gesellschaft und ist u.a. die Alternative zu teuren stationären Daueraufenthalten. </p>
<p>EinzelfallhelferInnen leisten professionelle Arbeit analog den zu vergleichenden Arbeitsgebieten des betreuten Einzelwohnens, der gesetzlichen Betreuung für Wohnungs- und Vermögenssorge, der Schuldenregulierung und -beratung, der sozialpädagogischen Hilfen von Tageszentren, der psychologischen Krisenintervention sowie anderer therapeutischer Hilfen.</p>
<p>Einzelfallhelfer beraten und motivieren die Klienten zu weiterführenden Angeboten und sorgen für ärztliche / medikamentöse Compliance, Kooperation mit Behörden und für Integration der Klienten in Arbeit, Ausbildung, medizinische und berufliche Rehabilitation, Verselbstständigung und Verantwortungsübernahme u.v.m.</p>
<p>Selbstverständlich arbeiten wir als Selbstständige mit den entsprechenden Verpflichtungen wie ordentlicher Falldokumentation, Supervision, Intervision, Fortbildungen. Wir führen Steuern und Sozialabgaben ab, zahlen Berufshaftpflicht- und Unfallpflichtversicherungen sowie freiwillige Rentenbeiträge. Ausgaben für Fahrt- und Telefonkosten, sowie für Arbeitsmittel tragen wir komplett selbst.<br />
Diese intensive Förderung und das besondere Engagement von Einzelfallhelfern wird aus unserer Sicht zu wenig anerkannt. Leider werden wir nicht in die Fachgremien zum Dialog eingeladen.</p>
<p>Wir begrüßen die Bestrebungen des Senats nach einer einheitlichen und klaren Regelung zur Einzelfallhilfe in Berlin. Die Arbeitsbedingungen für Einzelfallhelfer waren in den letzten Jahren gekennzeichnet durch eine fehlende Professionalisierungs- und Qualitätssicherung, unzureichende und uneinheitliche Stundenhonorare, ungeregelte Steuerpflichten und den daraus resultierenden Existenzrisiken. Mit Ihrem Rundschreiben waren deshalb unsererseits große Hoffnungen auf eine Verbesserung der Situation verbunden. </p>
<p>Die Bestimmungen Ihres Rundschreibens sind aber keine Verbesserung, sondern bedeuten in der jetzigen Form eine deutliche Erschwerung unseres Professionalisierungsprozesses. Es entsteht der Eindruck, dass Einzelfallhilfe, als eine unkomplizierte, professionelle, schnelle, klientenzentrierte und nicht zuletzt vergleichsweise kostengünstige Hilfe, nicht unterstützt wird. Dieses Modell hat sich jedoch – auch bundesweit – in den letzten 30 Jahren bewährt und sollte beibehalten und angemessen honoriert werden.</p>
<p>Im Folgenden nehmen wir zu zwei besonders herausragenden Punkten des Rundschreibens Stellung. Wir machen Ihnen dazu konstruktive Vorschläge, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.</p>
<p>Wir stellen fest, dass Sie die Wochenarbeitszeit auf 18 Stunden beschränken werden.<br />
Es ist im Interesse des Klientels und in unserem Interesse sinnvoll, die Wochenarbeitszeit nicht zu beschränken. Dies hat mehrere Gründe.<br />
Schon jetzt gibt es lange Wartelisten von Klienten, die auf eine Fachkraft warten. Diese Wartezeiten der Klienten werden so nicht noch wesentlich weiter ausgedehnt.<br />
Die Attraktivität der Tätigkeit der professionellen Einzelfallhilfe kann erhalten bleiben.<br />
Eine wirtschaftliche Existenz für die Fachkräfte kann durch kostendeckendes Arbeiten weiter bestehen.<br />
Die Leistung der individuellen Eingliederung wird weiter ermöglicht. </p>
<p>Wir nehmen eine geringfügige Erhöhung der Honorarsätze zur Kenntnis.<br />
Eine deutlichere Anpassung der Stundensätze nach oben ist aber sowohl in unserem als auch im Interesse der Klienten.<br />
Hinsichtlich der Honorarstufen plädieren wir für eine einheitliche, verbindliche, transparente und fachlich nachvollziehbare Differenzierung nach Qualifikation, Qualität der Arbeit und Schweregrad der Problematik des Klientels.<br />
Die zahlreichen Anforderungen , die notwendigen Qualifikationen, i.d.R. mind. Hochschulabschlüsse, und nicht zuletzt sämtliche professionelle Ausgaben, die Honorarkräfte allein tragen müssen, erfordern dies bereits lange. Nicht zuletzt hat sich die wirtschaftliche Gesamtentwicklung in den letzten 15 Jahren durchaus verändert. Unsere Stundenhonorare blieben jedoch konstant.<br />
Eine Angleichung der Stundensätze an die des „Betreuten Einzelwohnens“ ist nur folgerichtig, denn die Tätigkeiten sind nachgewiesenermaßen größtenteils identisch.<br />
Durch eine angemessene Bezahlung kann Einzelfallhilfe weiter existieren und wieder attraktiv und weiterentwickelt werden. Eine Professionalisierung in diesem Bereich kommt der Zielgruppe, den Tätigen und der gesamten Zivilgesellschaft zu Gute.</p>
<p>Wir wünschen uns, dass unsere multiprofessionelle und sehr wirtschaftliche Arbeit die notwendige Anerkennung findet und weiter geführt werden kann, anstatt uns selber freiwillig auf ein Existenzminimum zu beschränken, was Selbstausbeutung und einer Schieflage des Hilfesystems gleich kommt. Die Hilfe von selbstständigen Einzelfallhelfern ist das Modell mit optimaler Kosteneffizienz bei hoher Professionalität und Flexibilität.</p>
<p>Falls Sie Fragen haben, bzw. Dokumentationen und Belege benötigen, sind wir sehr gern bereit, diese beizubringen. </p>
<p>Wir hoffen, Sie hiermit positiv anzusprechen und wünschen uns ein offenes Gespräch über die Regelungen zur Einzelfallhilfe der Zukunft. Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch würden wir uns sehr freuen.</p>
<p>Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen.</p>
<p>Die UnterzeichnerInnen im Auftrag des Netzwerk Einzelfallhilfe: </p>
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